Posts Tagged ‘Zensur’

Reclaim the Netz! – Google, Tor und Co.

Die Ankündigung von Google, endlich die Zensur in China zu beenden und sich nicht länger der chinesischen Meinungspolizei zu unterwerfen, hat im Internet zu zahlreichen Reaktionen geführt.

Ich hoffe, Google geht als gutes Beispiel einer ganzen Bewegung voran. Die Unternehmen müssen endlich davon abkommen, irgendwelche Gesetze die gegen die weltweit gültigen Menschenrechte verstoßen, als Vorwand für Zensur mit Verweis auf die „lokale Gesetzgebung“ zu akzeptieren.

Jetzt besteht jedenfalls eine Chance. Der Kampf gegen Zensur wurde bisher von der Hacker- und Bürgerrechtsbewegung ausgefochten. Mit der US-Regierung und einem Unternehmen wie Google, entstehen hier ganz neue Möglichkeiten.
Mit vereinten Kräften könnte man die menschenverachtenden Filtersysteme weltweit angreifen, unterwandern und umgehen. Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung und sich aus allen verfügbaren Quellen ungehindert zu unterrichten – das ist ein Recht für das wir kämpfen und wofür es sich zu kämpfen lohnt.

Mit fortschreitender Technisierung und der kontinuierlichen Verbesserung der Filtersysteme durch Firmen wie z.b. C**co oder N**ia, welche mit dem Leid der Menschen in unterdrückten Staaten Geschäfte machen, wird es für Aktivisten immer schwieriger die dringend benötigten Löcher in die Firewalls und Filtersysteme zu hauen.

Das TOR Projekt wird immer wichtiger und ist in einigen Staaten zu einer lebensrettenden Software geworden. Mit den gebündelten Ressourcen von Firmen wie Google wäre es möglich, TOR oder eine vergleichbare Software weiterzuentwickeln. Es gibt bereits sehr viel versprechende Projekte im Bereich der Privatsphäre und Anonymisierung – es fehlt allerdings oft an essentiellen Dingen wie ein ausreichendes Entwicklerteam und eine große Verbreitung. TOR zum Beispiel ist dringend auf sogenannte „Exit-Nodes“ angewiesen um eine vernünftige Geschwindigkeit zu bieten – daran fehlt es zur Zeit am meisten. Die Software funktioniert prächtig und bietet Menschen die unter Zensur zu leiden haben und deinen kein freier und sicherer Zugang zum Netz zur Verfügung steht eine sichere Alternative.

Ich persönlich hoffe jedenfalls, dass es Google mit ihrem Schritt ernst ist und das Unternehmen sich auf die Seite der Guten schlägt und gemeinsam mit uns versucht gegen die Unterdrücker und Meinungsfaschisten vorzugehen.

Es wird jedenfalls Zeit zu handeln..

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Regeln im Netz

In den letzten Tagen geistern täglich Meldungen durchs mediale Sommerloch in denen eine stärkere regulierung des Internets gefordert wird. Brauchen wir tatsächlich mehr Regelungen?
Ich denke nein. Das Internet ist ein Spiegel der Gesellschaft. Das Netz als solches gibt es nicht – die Onliner bilden das Netz und dessen Inhalte. Wer das Internet Kontrollieren möchte, will dessen Nutzer kontrollieren. Aber Warum soll das Netz nun plötzlich komplett reguliert werden? Ist das ein typisch deutsches Phänomen, dass immer alles von oben bis unten Kontrolliert und durchgeplant sein muss? Nun wird von der CDU in ihrer geistigen Umnachtung sogar ein rückverfolgbarer Internetausweis gefordert.

In fast allen Meldungen wird der Eindruck erweckt, dass das Netz nur ein rechtsfreier Raum aus Schmutz, Porno, Kriminalität usw. ist. Das ist völlig falsch und soll wohl nur die nicht netzaffinen Wähler zur CDU treiben. Das Gefasel vom rechtsfreien Raum wurde nun schon mehr als wiederlegt. Rechtsanwalt Udo Vetter sagt sogar, dass man im Netz weniger anonym ist als in der “realen Welt”. Man kann “besser” verfolgen was man wann getan und geschrieben hat.

Das Internet braucht keine neuen Regelungen. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ein globales, offenes Internet ist eine große Chance für die Ganze Menschheit. Ist es tatsächlich so schlimm, dass es ein offenes Medium für alle gibt? Das gleiche Recht welches offline gilt, gilt ebenfalls im Internet. Das ist auch gut so. Deutsches Recht weltweit durchzusetzen ist schlicht nicht möglich und zerstört die Offenheit und die Dynamik – ja, den Charakter des Internets.

Was wir wirklich brauchen ist Bildung und Aufklärung. Diverse Kunstaktionen wie z.b. die Yes-Men oder ubermorgen.com- aber auch die Realität haben gezeigt, dass zu viele Menschen alles glauben was sie lesen ohne es zu hinterfragen. Jedem Nutzer muss bewusst sein, dass er und nur er die Verantwortung dafür trägt was er im Netz konsumiert und was er sich anschaut. Gesunder Menschenverstand und eine gehörige Portion Misstrauen sind ein Muss. Das Netz ist keine stumpfe Berieselung wie TV oder klassische Zeitungen. Man kann auswählen was man sich anschaut bzw. sich zumuten möchte. Wer den “Schmutz” nicht sehen möchte, sieht ihn auch nicht. Und Bildung brauchen wir anscheinend auch bei unseren politischen Entscheidungsträgern. Nicht umsonst nennt man diese spöttisch “Internet-Ausdrucker”. Die sind komplett unfähig, dass Netz und dessen Chancen zu begreifen.

Meiner Meinung nach gibt es jetzt schon zuviele Regelungen die uns davon abhalten, dass Netz richtig zu nutzen. Das restriktive Urheberrecht, die Störerhaftung, Hackerparagraph, Vorratsdatenspeicherung Videostreams die als TV-Sender gelten, das Telemediengesetz usw. Wir brauchen weder einen Internetführerschein noch eine Internetpolizei, Netzsperren, Zensur oder sonst irgendwas – wir brauchen unseren Verstand und die Bereitschaft für etwas neues. Das Netz darf nicht zu einem bunten, virtuellen Kaufhaus oder einer scheinbaren Blümchenwiese verkommen. Wir müssen den Gornys und den Internet-Ausdruckern in der Regierung entgegen treten und unsere Freiheit einfordern. Wir wollen kein auf Konsum und allgemeine verblödung getrimmtes Netz.

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Zensur beim FoeBud DNS?

Gestern Morgen sind LucaL und ich auf eine komische Geschichte gestoßen. Wir recherchierten über die Vorfälle im Zusammenhang mit der Demonstration der Rechten von Pro-NRW und deren Verbindungen zur Jungen Union Köln. Dabei stießen wir auf eine Stellungnahme des “Beschuldigen” JUlers, die auf einer Seite mit klar rechten Tendenzen zu finden ist.

Die Seite fand ich ganz normal über Google, und schickte den Link weiter an LucaL – der konnte sie jedoch nicht öffnen. Ich benutze seit langem OpenDNS, LucaL nutzt den DNS Server des FoeBud. (85.214.73.63)

Natürlich wurden wir etwas stutzig, und ich versuchte, dass Problem zu reproduzieren indem ich den gleichen DNS-Server einstellte – ebenfalls mit dem Ergebniss, dass sich die Seite nicht mehr öffnen ließ.
Man kann den Server per Hostnamen nicht anpingen oder tracen. Auch mit dem Tool dig an den Nameserver geschickte Anfragen werden nicht aufgelöst – andere URLs funktionieren aber wunderbar.

screenshot

Wir haben daraufhin eine Email an den FoeBud geschrieben und um Stellungnahme gebeten – bis dato ist allerdings noch keine Antwort eingetroffen. Mir kommt diese Geschichte einfach sehr komisch vor. Ich schätze allerdings den FoeBud und seine Arbeit sehr, weswegen ich lieber an ein technisches Problem als an “Zensur” denken möchte.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ein als Zensurfrei angepriesener Server mindestens eine bestimmte Adresse nicht auflöst.

Abschließend möchte ich noch sagen das ich keinesfalls die Seite um die es geht promoten möchte. Ich habe bewusst keine Links gesetzt und habe auch nicht vor das zu tun um den verblendeten rechten irgendwelche Munition in die Hand zu geben. Ich hoffe, die Sache wird sich schnell aufklären.
** Update 26. Juli 2009 **

padeluun vom FoeBud hat mir geantwortet und mir versichert das es sich um ein technisches Problem handelt. Es gibt also keine Zensur beim FoeBud – Hätte mich auch sehr gewundert.

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FDP vs. Zensur?!

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Jörg Behlen von der FDP hat sich zum Zugangserschwerungsgesetz folgendermaßen geäußert:

Als überzeugter Liberaler werde ich mich entschlossen dafür einsetzen, dieses Gesetz wieder abzuschaffen. Die FDP wird ihr Vorgehen von dem Ausgang der Bundestagswahl abhängig machen. Einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht halte ich für wahrscheinlich, sofern eine Regierungsbeteiligung der FDP ausbleiben sollte.

Was heisst das im Klartext? Der FDP ist es offensichtlich scheissegal ob die Bürger unter einem Grungesetzwidrigen Zensurgesetz zu leiden haben. Hauptsache die Regierungsbeteiligung ist in trockenen Tüchern.

Anscheinend vergessen die Parlamentarier zunehmend, dass sie nicht einer Partei dienen, sondern dem Souverän – also dem Volk. Wir wählen die Politiker ins Parlament – da erwarten wir auch das für UNS gearbeitet wird und nicht für cduspdcsulinkegruene oder irgendwelche Lobby-Organisationen.

Diese parteitaktischen Maßnamen sind Gift für die Demokratie. Wenn ein Gesetz so offen Grundgesetzwidrig(.pdf) ist wie dieses, dann erwarte ich von einer Oppositionspartei, dass sie mit aller Macht dagegen vorgeht. Sonst macht sie sich absolut unglaubwürdig. Egal ob man mit denen die es durchgepeitscht haben in der nächsten Legislaturperiode im Regierungsbett liegt oder nicht!

Auf wen kann man sich denn noch verlassen? FDP hat sich einmal mehr disqualifiziert und die Grünen haben sich zu einem Drittel enthalten (aber immer schön mitdemonstriert, könnte ja Stimmen bringen).

Diese selbstgefällige Parteiendiktatur kotzt mich an. Es muss sich da dringend etwas ändern!

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Briefe an die Abgeordneten..

Nachdem die SPD sich nun entgültig disqualifiziert hat ist nun Mailschreiben an die Abgeordneten angesagt. Der Verein Missbrauchsopfer gegen Internetsperren ruft dazu auf, die Abgeordneten anzurufen, Mails oder Faxe zu schreiben.

Das gute Daran ist, dass man immer andere Abgeordnete beim refresh der Seite angezeigt bekommt. So erwischen wir sie alle :-)

Ich habe noch eine tolle Pressemitteilung des Vereins Eltern ans Netz e.V. gefunden, die sich ebenfalls an der Online-Petition beteiligt haben. Die Petition durchbricht überigens gerade den aktuellen Rekord welcher bisher von einer Petition zur halbierung der Steuern auf Benzin und Diesel gehalten wurde. Es fehlen noch ca. 200 Mitzeichner und wir haben die erfolgreichste Petition in der Geschichte der Bundesrepublik!

Anbei mein selbstverfasster Protestbrief an unsere Volksverrä.. treter.. wer ihn komplett oder in Auszügen verwenden möchte darf das selbstverständlich gerne machen.

Sehr geehrte….

Sicherlich verfolgen Sie derzeit ebenfalls mit Sorge das Geschehen im Iran. Ihnen ist dann bestimmt auch bekannt, dass durch das Internet die entscheidenden Informationen ausgetauscht, Proteste organisiert sowie die Medien versorgt werden (sogar die Tagesschau bezog sich im “Brennpunkt”
ausschließlich auf Informationen aus dem Netz).

Erkennen Sie, wie elementar wichtig freie und anonyme Kommunikation im 21. Jahrhundert ist? Gerade mit diesem
aktuellen Anlass im Hinterkopf bitte ich Sie, dass Sperrgesetz von Frau von der Leyen abzulehnen!

Das wäre der erste Schritt in die Internetzensur. Das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung, sich aus allen Quellen
ungehindert zu unterrichten, sowie der Passus “Eine Zensur findet nicht statt” werden damit gekippt.

Es kann und darf nicht sein, dass aus welchen Gründen auch immer, eine einzige Behörde ohne Kontrolle das Recht erhält, den freien
Informationsfluss zu stoppen. Wird dieses Gesetz beschlossen, ist Deutschland eines von 5 Ländern in denen das Internet zwangsweise gefiltert wird.Das mag Sie vielleicht verwundern, weil Ihnen vom Erfolg der Sperrlisten in anderen Ländern erzählt wurde.
Das Gegenteil ist der Fall! In den Skandinavischen Ländern sind die Filter “optional” – man kann sie vom Provider deaktivieren lassen.
Die von der Familienministerin zitierte Schwedische Polizei sagt selbst, dass die Sperrliste nicht als Erfolg angesehen wird.

Bundesministerin von der Leyen hat von Anfang an verlogen Argumentiert und böswillig falschen Zahlen genannt. Es gibt keinen Anstieg bei Kinderpornos,
es gibt keinen kommerziellen Massenmarkt, die schrecklichen Bilder werden meist auf andere Weise (offline) ausgetauscht, Niemand wird durch
diese Bilder “angefixt” – im Gegenteil! Sperrlisten helfen vielmehr kriminellen indem dort ein Katalog zusammengestellt wird, oder sie vor
Strafverfolgung frühzeitig gewarnt werden.

Sperren, bzw. Zensieren, ist und darf keine Alternative sein! Die Inhalte müssen gelöscht und die Täter bestraft werden – die Mittel dazu sind vorhanden!

In allen Ländern, die mit Sperrlisten arbeiten, sind diese irgendwann an die Öffentlichkeit gelangt. Ausserdem sind auf den Listen auch
früher oder später Seiten gelandet, die nichts mit Kinderpornographie zu tun haben. Ich sehe keinen stichhaltigen Grund, warum es in Deutschland anders wäre.
Bereits jetzt nennt die CDU Kinderpornographie in einem Atemzug mit Urheberrechtsverletzungen, Glücksspiel und “Killerspielen”. Sogar der Videothekenverband
und die deutsche Erotikfilmbranche unterstützen das Vorhaben – warum wohl?

Lassen Sie sich bitte nicht Täuschen, denken Sie nach, nehmen Sie sich Zeit, informieren Sie sich und bitte – handeln Sie nach Ihrem Gewissen und nicht
nach der Fraktionsdisziplin! Ist eine Sperrinfrastruktur geschaffen, wird sie auch genutzt. Das muss verhindert werden!

Der Koalitionsfrieden- oder irgendwelche Absprachen dürfen nicht über die Werte unseres Grundgesetzes gestellen werden.

Auch die Petition gegen Netzsperren sollte den Abgeordneten zu denken geben.
Wenn sich plötzlich so viele Menschen erheben und sich offen gegen Zensur bekennen, trotz der so oft beschworenen Politikverdrossenheit.
Diese Bürger können sich nicht irren!

Mir wird Angst und Bange wenn ich daran denke was in den nächsten Jahren mit dem Internet in Deutschland passieren wird. Anstatt die Stärken des Mediums
zu nutzen wird es auf eine Art virtuelles Warenhaus zurechtgestutzt.

Noch können Sie die Entwicklung stoppen- und ich bitte Sie inständig darum, dass auch zu tun.
Hören Sie auf die Kritiker, die Experten und auf ihr Gewissen.

Mit freundlichen Grüßen aus Neuss,

Alexander Dommes

Also, auf gehts..

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Willkommen auf meinem Blog.

Hier geht es um das Internet, Netzkultur, Piraten, Politik, Linux, Hacking und mich.

Ich hoffe ihr fühlt euch wohl.. nehmt euch nen Kaffee und viel Spaß beim lesen.

Alex
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